Während das Vermögen der Konservativen einbricht, reitet Angela Merkel zur Rettung

Die 67-jährige Veteranin wird nach den Wahlen am 26. September zurücktreten und hat sich bisher nicht dazu geäußert, wen sie bevorzugt.

Die Berliner Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Samstag ihrem angehenden Nachfolger Armin Laschet eine läutende Unterstützung gegeben, um seinen angeschlagenen Wahlkampf zu stärken, der Befürchtungen ausgelöst hat, dass ihre Partei aus der Regierung ausscheiden könnte.

Merkels konservatives CDU-CSU-Bündnis führt Deutschland seit ihrem Amtsantritt 2005 in verschiedenen Koalitionen an, doch die künftige neue Regierung des Landes ist offen, als sie sich von der politischen Bühne nähert.

Die 67-jährige Veteranin wird nach den Wahlen am 26. September zurücktreten und äußerte sich bisher nicht dazu, wen sie lieber von ihr übernehmen würde.

Aber am Samstag, bei einer wichtigen Wahlkampfkundgebung, hat sie sich stark für Herrn Laschet ausgesprochen.

„Ihm war es immer wichtig, den Einzelnen und seine unantastbare Würde in den Mittelpunkt von allem zu stellen… Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass (er) gerade mit dieser Haltung als Bundeskanzlerin den Menschen in Deutschland dienen wird.“ sagte bei der Kundgebung.

Während Frau Merkels Popularitätswerte in der Dämmerung ihrer Regierungszeit stabil blieben, hatte Herr Laschet Mühe, bei den Wählern Anklang zu finden.

Die jüngsten Umfragen zeigen, dass ihr konservativer Block jetzt mit knapp zwei Prozentpunkten vor den jüngeren Koalitionspartnern der Sozialdemokraten liegt, die in den letzten Wochen große Fortschritte gemacht haben, um den einstigen Vizemeister der Grünen zu überholen.

Eine am Freitag veröffentlichte Umfrage ergab, dass genauso viele Deutsche die SPD die nächste Regierung führen wollen wie die Konservativen – ein alarmierender Rückgang von fünf Prozentpunkten für die CDU-CSU seit Anfang August.

„Schnell und schmerzhaft“

Während die Frustration über die Regierung über die Coronavirus-Pandemie Anfang des Jahres zunächst die Popularität der Konservativen belastet hatte, hatte sich die Stimmung aufgehellt, als mehr Deutsche geimpft und die Bordsteine ​​gelockert wurden.

Ein anfänglicher Unterstützungsschub für die Grünen war ebenfalls dahingeschmolzen, als ihr Führer in einen Plagiatsskandal und andere Ausrutscher verwickelt war, was den Konservativen zu Beginn des Sommers einen starken Vorsprung in Umfragen verschaffte.

Aber die Stimmung drehte sich dramatisch im Juli, als Herr Laschet im Hintergrund mit lokalen Beamten kicherte, während der deutsche Bundespräsident eine Rede hielt, in der er um die Opfer tödlicher Überschwemmungen trauerte.

Seit der Katastrophe konnten die Konservativen einen sinkenden Popularitätstrend nicht aufhalten.

Die blitzartige Übernahme Afghanistans durch die Taliban erhöht auch den Druck auf die Regierung von Frau Merkel, die unter Beschuss steht, weil sie die Krise nicht früher antizipiert.

Am Vorabend der Kundgebung am Samstag kam die Kritik mehrerer Hinterbänkler an die Öffentlichkeit, wobei die Bild-Tageszeitung sogar Abgeordnete zitierte, die Herrn Laschet offenbar drängten, um der Partei willen beiseite zu treten.

“Eine schnelle und schmerzhafte Reaktion ist besser, als gemeinsam unterzugehen”, wurde die CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel von Bild zitiert.

Die Nervosität im konservativen Lager riskiert auch eine Wiederbelebung der Streitigkeiten, die das Bündnis von CDU und Schwesterpartei CSU schon vor Beginn des Wahlkampfes verfolgt hatten.

‘Große Gefahr’

Die Kanzlerkandidatur der Konservativen sicherte sich Laschet erst im April nach einem heftigen Kampf mit dem bayerischen CSU-Chef Markus Söder.

Trotz des Gegentors nach der Niederlage liegt ein Hauch von Unzufriedenheit aus Soeders Lager in der Luft, da der Bayer in Popularitätsumfragen gegen Laschet konstant vorne liegt.

In einer neuen Stichelei aus Soeders Lager am Freitag sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume, es gebe „großes Verbesserungspotenzial“ in den Umfragewerten der Konservativen, und zwar „vor allem, wenn man sich an der enormen Popularität, die Markus Soeder macht weiter Freude.“

Bei der Kundgebung am Samstag betonte Söder, es sei der härteste Wahlkampf der Konservativen seit 1998, als das Bündnis abgewählt wurde.

„Der Trend ist im Moment klar – er geht nicht nach oben. Und deshalb ist heute wichtig, es ist noch nicht alles verloren“, sagte er

„Es gibt keinen Grund, sich zu beschweren, es ist vielmehr an der Zeit, sich wirklich zu wehren.“

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